Neue gesetzliche Bestimmungen für die Erbringung von Zahlungsdiensten

13.01.2018
Neue gesetzliche Bestimmungen für die Erbringung von Zahlungsdiensten

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Am 13. Januar 2018 traten aufgrund europäischer Vorgaben mit der "Payment Services Directive 2" (PSD 2, "Gesetz zur Umsetzung der zweiten Zahlungsdiensterichtlinie") neue gesetzliche Bestimmungen für die Erbringung von Zahlungsdiensten in Kraft. Daher gelten ab dem 13. Januar 2018 auch bei uns neue Fassungen der mit Ihnen vereinbarten Geschäftsbedingungen zum Zahlungsverkehr. Bei Fragen hierzu stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

Nutzung von Kontoinformationsdiensten (Abkürzung "KID")
Beispiele für mögliche "Kontoinformationsdienste" sind Vergleichsportale. Bislang haben diese Anbieter bei Ihnen verschiedene Angaben erfragt und daraus dann ggf. günstigere Anbieter ermittelt.

Neu haben Sie die Möglichkeit, dass Sie dem KID Ihre Onlinebanking-Zugangsdaten wie VR-NetKey und PIN preisgeben können und der Anbieter dann mit Ihrer Zustimmung Ihre Umsätze automatisch auslesen kann. Eine Verpflichtung zur Nutzung von Kontoinformationsdiensten gibt es selbstverständlich nicht.

Bitte bedenken Sie bei der Nutzung dieser Dienste aber, dass Sie nicht sehen können, welche Informationen der KID aus Ihren Kontoumsätzen auswertet und wofür diese ggf. genutzt werden.

Nutzung von Zahlungsauslösediensten
Bei online geführten Girokonten können Sie auch einen "Zahlungsauslösedienst" nutzen, um der Bank einen Überweisungsauftrag zu übermitteln. Zahlungsauslösedienste sind Firmen, die z. B. bei Onlineshops nach dem Einkauf die Bezahlung der Waren und Dienstleistungen in die Wege leiten. Sie werden vom Zahlungsauslösedienst nach Ihren Onlinebanking-Zugangsdaten wie VR-NetKey und PIN sowie anschließend auch nach der TAN-Nummer gefragt.

Ablehnung von Überweisungs- bzw. Lastschrift-Aufträgen
Wird ein Zahlungsauftrag zum Beispiel wegen fehlender Kontodeckung abgelehnt, fällt dafür das im Preis- und Leistungsverzeichnis ausgewiesene Entgelt an.

Nachforschung bei Fehlleitungen
Kommt es aufgrund der von Ihnen angegebenen IBAN zu einer Fehlleitung der Überweisung, wird die Bank auf Ihren schriftlichen Antrag alle verfügbaren Informationen mitteilen. Sie können damit dann einen Anspruch gegenüber dem Zahlungsempfänger dieser fehlgeleiteten Überweisung geltend machen.

Begriffe VR-BankCard/Debitkarte
Die VR-BankCard heißt nunmehr girocard. Im Titel und im Einleitungssatz ist klargestellt, dass die girocard eine Debitkarte ist. Zahlungen mittels einer Debitkarte werden – anders als Kreditkartenzahlungen – umgehend dem Kundenkonto belastet.

Kontaktlose girocard
Neue girocards werden als kontaktlose Karten ausgegeben. Beim kontaktlosen Einsatz dieser neuen girocards ist für Kleinbetragszahlungen auch die Zahlung ohne PIN technisch möglich. Sie können diese Zusatzfunktion Ihrer girocard an unseren Geldautomaten abschalten.

Sperrung eines verfügbaren Geldbetrags
Wenn Sie zugestimmt haben, vor der eigentlichen Zahlung einen bestimmten Betrag zum Beispiel an einem Tankautomaten oder im Hotel zu reservieren, ist die Bank berechtigt, auf Ihrem Konto diesen Betrag vorübergehend zu sperren.

Haftung bei nicht autorisierten Kartenzahlungen
Bei nicht autorisierten Kartenzahlungen gilt wie bisher grundsätzlich, dass Sie nach der Sperranzeige Ihrer Debitkarte keine Haftung mehr für die danach eintretenden Schäden durch eine missbräuchliche Nutzung Ihrer Karte trifft. Bei Schäden vor der Sperranzeige verzichten wir grundsätzlich auf die gesetzlich vorgesehene Schadensbeteiligung in Höhe von maximal 50 Euro (bisher: 150 Euro) und übernehmen auch diese Schäden für Sie. Bei vorsätzlicher und grob fahrlässiger Verletzung von Sorgfaltspflichten oder wenn Sie in betrügerischer Absicht handeln, ist Ihre Haftung wie bisher auf den für die Karte vereinbarten Verfügungsrahmen beschränkt.

SEPA-Firmen-Lastschriftverfahren
SEPA-Firmen-Lastschriften sind künftig eingelöst, wenn die Belastungsbuchung auf Ihrem Konto nicht spätestens nach drei (bisher: zwei) Bankarbeitstagen rückgängig gemacht wird. Diese Änderung ist nur für Kunden relevant, die keine Privatkunden sind, da das SEPA-Firmen-Lastschriftverfahren nicht von Verbrauchern genutzt werden kann.

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